Eine Wahl, viele Stimmen: Wählen in Hamburg

Kumulieren, panaschieren – da war doch was? Richtig: Seit 2011 hat Hamburg ein neues Wahlrecht. Wo die vielen Kreuze hin müssen, lesen Sie hier.

Früher war Wählen ja simpler. Ein Kreuz für die Lieblingspartei, eins für den Direktkandidaten, und ab zum Sonntagmittagsschläfchen. Mit dem neuen Hamburger Wahlrecht dürfen wir pro Stimmzettel nicht nur fünf Kreuze machen, sondern die Stimmen sogar parteiübergreifend auf Landeslisten und Kandidaten verteilen.

Kumulieren („Anhäufen“) und Panaschieren („Verteilen“) heißt das und erfordert mehr Denkarbeit. Ansonsten hat das neue Verfahren aber nur Vorteile. Denn Wählerinnen und Wähler haben jetzt deutlich mehr Einfluss darauf, wer sie in der Hamburgischen Bürgerschaft vertritt.

Wie ging das nochmal?

Zur Wahl am 15. Februar 2015 – oder vorab per Briefwahl – bekommen Sie zwei Stimmzettel. Auf jedem Stimmzettel dürfen Sie fünf Kreuze machen. Und zwar am besten genau fünf: Stimmzettel mit zu vielen Kreuzen sind ungültig, und bei weniger als fünf Kreuzen verschenken Sie wertvolle Stimmen!

Der gelbe Stimmzettel: 5 Stimmen für die Mehrheit in der Bürgerschaft

Auf dem gelben Stimmzettel wählen Sie, welche Partei die Mehrheit in der Hamburgischen Bürgerschaft bekommen soll. Insgesamt vergeben Sie dazu 5 Stimmen an Landeslisten der Parteien und/oder an einzelne Kandidaten. Je mehr Gelbe-Stimmzettel-Stimmen eine Partei bekommt, desto mehr Sitze in der Bürgerschaft erhält sie – egal, ob für die Gesamtliste oder einzelne SPD-Kandidaten (siehe unten) gestimmt wurde.

 

Roter Stimmzettel: 5 Stimmen für die Direktkandidaten aus den Wahlkreisen

Auf dem roten Stimmzettel wählen Sie, wer aus Ihrem Wahlkreis direkt in die Hamburgische Bürgerschaft einziehen soll. Hier können Sie 5 Stimmen auf mehrere Kandidaten verteilen oder alle Stimmen Ihrem Favoriten geben.

Die prozentuale Sitze-Verteilung in der Bürgerschaft wird durch das Ergebnis der roten Stimmzettel nicht beeinflusst.

 

Am 15. Februar Matze wählen!

Musterstimmzettel

Ein Beispiel: Sie wollen, dass die SPD weiter regiert und Olaf Scholz Hamburger Bürgermeister bleibt? Dann können Sie ihre 5 Stimmen auf dem gelben Stimmzettel: wahlweise

  • an die SPD-Landesliste vergeben,
  • auf die SPD-Landesliste und einzelne SPD-Kandidaten verteilen, oder
  • komplett Ihrem Favoriten auf der SPD-Landesliste geben. Für Kandidaten mit höheren Listenplätzen verbessert jede Stimme die Chance auf einen Sitz in der Bürgerschaft. Gleichzeitig gehen diese Stimmen voll in das SPD-Gesamtergebnis ein.

Matthias Albrecht – Listenplatz #22 auf der SPD-Landesliste.

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